Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade

Wildtiere brauchen Ruhezonen

Entgegen der von den Jagdverbänden verbreiteten Befürchtungen werde es laut Wildtierschutz Deutschland aufgrund der jagdlichen Befriedung vieler kleinerer Grundstücke wohl kaum zu höheren Wildschäden kommen.

»Das Argument höherer Wildschäden war von Anfang vorgeschoben, wohl auch um Gesetzgeber und Behörden hinsichtlich Ihrer Handlungen im Sinne der Jagd zu beeinflussen«, erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland.

Unmissverständlich erklärte der renommierte Zoologe Prof. Dr. Josef Reichholf im Bayerischen Fernsehen, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sei längst überfällig.
Im Interview mit dem SPIEGEL über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, antwortet der Zoologe auf die Frage, was passieren würde, wenn viele Grundbesitzer die Jagd bei sich verböten und ob die Wildschäden zunehmen würden: »Nicht unbedingt, eher gingen sie sogar zurück, denn durch Hegemaßnahmen wie Winterfütterung halten die Jäger die für den Abschuss attraktiven Wildbestände künstlich hoch. Während wenige Arten gepäppelt werden, wird das Raubwild viel zu stark dezimiert...« Die Tierbestände würden auf ein natürliches Maß zurückgehen und seltenere Arten wie der Feldhase würden profitieren. Und: »Das Wild würde in jagdfreien Zonen weniger scheu werden. Die Menschen könnten wieder aus der Nähe unsere heimische Tierwelt bestaunen.«
"Relikt aus der Feudalzeit" DER SPIEGEL Nr. 27 vom 2.07.12 (S. 103)

Für Ausgabe 2-2013 der Zeitschrift TIERethik hat Prof. Dr. Josef H. Reichholf einen Grundsatzartikel geschrieben: »Warum Jagd? Folgen des Jagens für Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaften«.
Prof. Dr. Josef H. Reichholf legt überzeugend dar, weshalb die Regulation von frei lebenden Tierbeständen durch die Jagd nicht funktioniert und auch nicht nötig ist. Ausgang seines Artikels ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 2012 mit seinen Folgen für das Revierjagdsystem: Grundstückseigentümer müssen die Jagd auf ihrem Grund und Boden nicht mehr dulden, wenn sie diese aus ethischen Gründen ablehnen.
Die Jäger versuchen die Jagd mit ökologischen Gründen zu rechtfertigen. Der Ökologe Reichholf geht diesen immer wiederholten und wenig hinterfragten ökologischen Notwendigkeiten auf den Grund. Und er stellt in aller Deutlichkeit fest, dass Jagd in der Kulturlandschaft aus ökologischen Gründen nicht sein muss. »Jagdleidenschaft (Passion) ist kein Auftrag der Gesellschaft und kann es auch nicht sein. Irgendwelche Tierarten ‘kurz zu halten’, bildet allenfalls eine Forderung von Land- und Forstwirtschaft.« Doch Reichholf belegt, dass der Wildschaden in der Land- und Forstwirtschaft weniger groß ausfallen würde, »wenn das Wild nicht so scheu wäre und wenn mehr Raubtiere als natürliche Feinde des Schalenwildes in Wald und Flur zugelassen würden.«

Der dichtbesiedelte Kanton Genf (Jagdverbot seit 40 Jahren) und der Schweizerische Nationalpark (Jagdverbot seit 100 Jahren) beweisen laut Reichholf, dass weder im Siedlungsraum der Menschen noch in besonders naturnahen Naturschutzgebieten eine Kontrolle der Bestände durch die Jagd notwendig ist.

»Die gegenwärtig rund 340.000 Jagdscheininhaber in Deutschland repräsentieren nicht einmal ein halbes Prozent der Bevölkerung. Die Einbußen an Naturerleben betreffen aber grundsätzlich alle Menschen«, so Reichholf.

TIERethik - Zeitschrift zur Mensch-Tier-Beziehung - JAGD
Broschiert, 205 Seiten
ALTEX Edition 2/2013
ISBN 978-3869914527
Preis: 19,50 Euro

online Bestellung über
www.tierethik.net

"Keine Jagd auf meinem Grundstück!"

Sieg vor dem Europäischen Gerichtshof Er war der erste Deutsche, der gegen die Jagd auf seinem Grundstück vor der dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klagte - und gewann: Auf den beiden Waldgrundstücken von Rechtsanwalt Günter Herrmann aus Stutensee in Baden-Württemberg darf seit dem 26.6.2012 nicht mehr gejagt werden.

Baden-Wü.: Flächen eines Bio-Landwirts jagdfrei In Baden-Württemberg wurde das Grundstück eines Bio-Landwirts im Landkreis Konstanz vorläufig befriedet. Die Behörde für die Flächen am 6.3.2013 einen vorläufigen Bescheid erteilt, also noch vor Inkrafttreten der Jagdgesetzänderung (der neue § 6a Bundesjagdgesetz trat am 6.12.2013 in Kraft). Der Bio-Landwirt möchte auf seinen Flächen die ihm anvertraute Natur pflegen und das Leben von Pflanzen und Wildtieren schützen. Das Verwaltungsverfahren über endgültige jagdrechtliche Befriedung der Grundstücke läuft noch.

Baden-Württemberg: Grundstück in Asch jagdfrei Ein 0,7 Hektar großes Grundstück in Asch im Alb-Donau-Kreis (Baden-Württemberg) ist jetzt offiziell jagdfrei. Unter Berufung auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 hatten die Grundstückseigentümer Eveline Jedynak und Ralf Rieks bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde den Antrag auf "Befreiung vom Zwang der Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft aus Gewissensgründen" gestellt. "Wir wollen nicht, dass auf unserem Grundstück ein Tier zu Schaden kommt"

Baden-Wü.: Grundstück bei Calw vorläufig befriedet In Baden-Württemberg hat das Landratsamt Calw 2013 einem Grundstückseigentümer vorläufig den Austritt aus der Jagdgenossenschaft gestattet.

Baden-Wü.: Grundstück in Markdorf jagdfrei Das SWR-Fernsehen berichtet in der Landesschau am 7.5.2014 von einem Grundeigentümer aus Markdorf im Bodenseekreis, der die Jagd auf seinen Flächen verbieten will. Rudolf Moser musste erleben, wie Jäger auf seiner Obstwiese, auf der er ein Biotop angelegt hat, eine Treibjagd veranstalteten, So etwas will der Rentner nicht wieder erleben müssen: Er hat einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seines Grundstücks gestellt und beruft sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 2012.

Bayern: Grundstücke in Frankenbrunn jagdfrei! Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat mit Beschluss vom 30.01.2013, der unanfechtbar ist, in einem Eilverfahren entschieden, dass auf dem Grundstück eines ethischen Jagdgegners ab dem 1. April 2013 vorläufig nicht mehr gejagt werden darf. Mit diesem Beschluss, den der Bayerische Verwaltungsgerichtshof ausführlich begründete, hat der erkennende Senat Rechtsgeschichte geschrieben. Zum ersten Mal seit Bestehen des Bundesjagdgesetzes gelingt es einem ethischen Jagdgegner, sein der generellen Jagdpflicht unterliegendes Grundstück gegen den Willen der Behörden jagdfrei zu stellen.

Bayern: Grundstücke in Güntersleben jagdfrei! Ursula Becker aus Unterfranken hatte schon am 6.3.2007 für ihr Grundstück in Güntersleben den Antrag auf Austritt aus der Jagdgenossenschaft gestellt. Sie hatte das Grundstück gekauft, um ein Biotop zu schaffen, ein Rückzugsgebiet für Tiere. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat mit Beschluss vom 30.1.2013, entschieden, dass auf dem Grundstück vvon Ursula Becker im unterfränkischen Güntersleben vorläufig nicht mehr gejagt werden darf.

Bayern: Grundstück Ostheimer Ölberg jagdfrei! Günter Scheuring kann es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, wenn auf seinem Grundstück am Ostheimer Ölberg in den Hassbergen / Nordbayern gejagt wird. Seit September 2013 ruht die Jagd auf der Streuobstwiese.

Bayern: Grundstücke Landkreis Kitzingen jagdfrei Nach dem entscheidenden Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 30.1.2013 schloss sich das Bayerische Verwaltungsgericht Würzburg der neuen Rechtssprechung an: Am 5.03.2013 wurde in einem Eilverfahren entschieden, dass auf den Grundstücken von Stefan Körber in Dettelbach und Mainsondheim vorläufig nicht auf Wildtiere geschossen werden darf, bis die Neureglung des Bundesjagdgesetzes in Kraft tritt. (VG Würzburg, Beschluss v. 05.03.2013 - W 5 E 13.138)

Bayern: Grundstücke eines Landwirts jagdfrei Nach dem entscheidenden Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 30.1.2013 schloss sich das Verwaltungsgericht Regensburg der neuen Rechtssprechung an und stellte am 18.4.2013 ganze 47 Grundstücke eines Landwirts im Eilverfahren vorläufig jagdfrei. (VG Regensburg, Beschluss v. 18.4.2013, Az.: RN 4 E 13.310) Mit Bescheid vom 19.8.2014 hat das Landratsamt Passau die Grundstücke endgültig jagdfrei gestellt.

Bayern: Vier Waldgrundstücke jagdfrei Seit Beginn des Jagdjahres 2014/15 am 1.4.2014 sind die vier Waldgrundstücke von Familie Vilsmaier in Niederbayern offiziell jagdfrei. "Das ging ohne Probleme, die Kosten hierfür waren nur 150 Euro", berichtet Fred Vilsmaier.

Bayern: Wiesengrundstück in Landshut jagdfrei Irmgard Bauderer freut sich, dass ihr ca. 10.000 Quadratmeter großes Wiesengrundstück im Landkreis Landshut nun offiziell jagdfrei ist, nachdem es vorher durch richterlichen Beschluss schon vorübergehend befriedet war.

Bayern: Grundstück im Rottal jagdfrei Ein Grundstück mit Obstwiesen, Hecken und Weiher im Rottal in Niederbayern ist ab 1.4.2016 jagdfrei. "Unsere Obstwiesen, Hecken und der Weiher bieten Unterschlupf für Bodenbrüter, Igel, Fasane, Frösche, Libellen, Fledermäuse, Tauben, Goldammer, Bachstelze, Kiebitz und Enten", berichtet Silke Schüder. Silke Schüder und Stefan Hargasser können es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Tiere, die auf ihren Wiesen und an ihrem Weiher Unterschlupf finden, durch Jäger getötet werden.

Bayern: Weitere Grundstücke in Rottal-Inn jagdfrei Das etwa 5 Hektar große Grundstück von Raphaela Maier in Dobl bei Neukirchen (Niederbayern, Landkreis Rottal-Inn) ist seit 1.4.2016 offiziell jagdfrei. Auch Das Grundstück von Tierarzt Peter Zimmer - rund viereinhalb Hektar Wald und Wiesen bei Tann im niederbayerischen Landkreis Rottal Inn - ist inzwischen offiziell jagdfrei. "Wir leben vegan, und das würde gegen unsere Ansichten gehen. Das Hauptargument ist, dass jedes Tier ein Recht hat, da zu sein. Und wenn dann gejagt wird, haben die Tiere Angst, werden verscheucht", so der Tierarzt. Rund 20 Anträge auf jagdrechtliche Befriedung sind im Landkreis Rottal-Inn bisher gestellt worden.

Bayern: Weitere jagdfreie Grundstücke Nach dem entscheidenden Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 30.1.2013 schlossen sich das Verwaltungsgericht Regensburg und das Verwaltungsgericht Würzburg der neuen Rechtssprechung an: Auf dem Grundstücken von Stefan Körber in Dettelbach und Mainsondheim, den Grundtsücken einer ethischen Jagdgegnerin aus Landshut und ganzen 47 Grundstücken eines Landwirts darf vorläufig nicht mehr gejagt werden.

Bayern: Antrag im Landkreis Lindau Petra und Jürgen Kraft sind Eigentümer eines Grundstücks im bayerischen Allgäu (im Landkreis Lindau). Im November 2015 stellten sie einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung: „Ich bin seit über 25 Vegetarier und seit 5 Jahren ernähren meine Frau und ich uns fast ausschließlich vegan“, schreibt Jürgen Kraft als Begründung des Antrags.

Bayern: Klage vor VG Regensburg Am 28.5.2009 wurde eine Klage gegen die Zwangsbejagung beim Verwaltungsgericht Regensburg eingereicht. Die Klägerin hat bereits sechs Katzen durch Jäger verloren - diese wurden zum Teil auf ihrem eigenen Grundstück (!) von Jägern erschossen.

Bayern: Verfassungsbeschwerde Eigenjagdbesitzer Die Besitzer eines Eigenjagdreviers wollen die Jagd auf ihrem Grund und Boden ruhen lassen. Sie halten es mit ihrem Gewissen für nicht vereinbar, Tiere zu töten oder die Tötung durch Jäger in Auftrag zu geben. Nachdem der Antrag auf Ruhen der Jagd im Jahr 2006 von der zuständigen Behörde abgelehnt wurde, klagten die Grundstücksbesitzer durch alle Instanzen. Im August 2010 legten sie Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Der Jagdzwang auf dem eigenen Grundstücksflächen entgegen dem Gewissen des Eigentümers sei ein Verstoß gegen unveräußerliche Grundrechte: Denn das Grundgesetz garantiert in Artikel 4 die Gewissens- und Glaubensfreiheit.

Brandenburg: Anträge von Grundstückseigentümern Auch in Brandenburg beantragen immer mehr Grundstückseigentümer, dass auf ihren Flächen nicht mehr gejagt wird. Unter der Überschrift "Stoppschilder für Jäger" berichtete die Märkische Oderzeitung von Waldeigentümern in Brandenburg, die bereits im Herbst 2012 das Ruhen der Jagd auf ihren Flächen beantragt haben - inzwischen sind es mehr geworden.

Hamburg: Antrag auf jagdrechtliche Befriedung "Keine Jagd auf meinem Grundstück!", titelt das Hamburger Abendblatt und berichtet von einem Grundbesitzer aus Hamburg-Neuengamme, der einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seines Grundstücks aus ethischen Gründen gestellt hat.

Hessen: Antrag auf Jagdverbot in Burg-Gräfenrode Jörg Kötter will auf seinem 2400 Quadratmeter großen Grundstück mit Streuobstwiese im hessischen Burg-Gräfenrode die Jagd untersagen lassen. Anfang Januar 2017 stellte er bei der Unteren Jagdbehörde in Büdingen (Wetteraukreis) auf jagdrechtliche Befriedung.

Hessen: Grundstück in Morschen ab 1.4.15 jagdfrei! Hessen: Grundstück in Morschen ab 1.4.15 jagdfrei! Die Grundstücke von Jörg Hanstein in Morschen (Schwalm-Eder-Kreis) sind seit 1.4.2015 jagdfrei! Dies ist die erste offizielle jagdrechtliche Befriedung in Hessen!

Mecklenburg-Vorpommern: Erstes Grundstück jagdfrei Frau R. besitzt ein etwa 9 Hektar großes Grundstück in Mecklenburg-Vorpommern. Weil sie das Töten jeglicher Art verabscheut, kann es die Tierfreundin nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Jäger auf ihrem eigenen Grund und Boden Tiere tot schießen. Bereits im April 2013 beantragte Frau R. die sofortige jagdrechtliche Befriedung ihres Grundstücks bei der unteren Jagdbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Seit 1.4.2016 sind die 9 Hektar jagdfrei - als erstes Grundstück in Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburg-Vorpommern: Anträge auf Befriedung Stephan Maronde hat für seine Grundstücke im Landkreis Rostock einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt: für 7,65 Hektar Ackerland, 0,7 Hektar Wald, weitere 6,1 Hektar Acker direkt an seinem Haus und 2, 3 Hektar Grünland. "Meine Beweggründe sind wohl die gleichen, wie bei allen anderen Jagdgegnern auch: Ich möchte nicht, dass auf meinen Grundstücken Tiere angeschossen werden", erklärt Stephan Maronde.

Niedersachsen: 7 ha im Landkreis Uelzen jagdfrei Auf einem sieben Hektar großen Grundstück in der Gemeinde Altenmedingen (Landkreis Uelzen in Niedersachsen) wird es zukünftig keine Jagd mehr geben. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat am 8.3.2017 einer Grundeigentümerin Recht gegeben. (Urteil vom 8.03.2017, Az. - 5 A 231/16 -) Die Grundeigentümerin hatte 2013 einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt, weil sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. "Ich töte keine Tiere und möchte auch nicht sehen, dass auf meinem Grundstück Tiere getötet werden", erklärt sie. Die Vegetarierin gibt Katzen, Hunden, Pferden und einem Esel ein Gnadenbrot auf ihrem Hof.

Niedersachsen: 4 ha im Landkreis Lüneburg jagdfrei Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat der Klage einer Jagdgegnerin entsprochen und ihr knapp 4 Hektar großes Stück Land mit einem 5000 Quadratmeter großem Teich zu einem jagrechtlich befriedeten Bezirk erklärt. Die 61-jährige Grundstückseigentümerin aus dem Landkreis Lüneburg in Niedersachsen hatte im Januar 2015 bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde die jagdrechtliche Befriedung ihrer Grundstücke beantragt. Sie erläuterte, dass sie als überzeugte Vegetarierin das Töten von Tieren grundsätzlich ablehne.

Niedersachsen: 8 Hektar im Kreis Wittmund jagdfrei Ab 1.4.2017 sind 8 Hektar Grundstücke im Landkreis Wittmund in Ostfriesland offiziell jagdrechtlich befriedet. Am 5.1.2015 hatte Elektromeister Ede Rieken die Befriedung seines Grundstücks beantragt. In dem Antrag legte er seine ethischen Gründe dar: Er lehne es ab, dass die wildlebenden Tiere durch seine Duldung von den Jägern im Rahmen der Jagdausübung erlegt werden. Dies könne er mit seinem Gewissen nicht länger vereinbaren.

Niedersachsen senkt Kosten für Befriedung Bislang wurde betroffenen Grundstückseigentümern in Niedersachsen für die Bearbeitung des Antrags auf jagdrechtliche Befriedung eine Verwaltungsgebühr in Höhe bis zu 2.500 Euro angekündigt. Nach viel öffentlicher Kritik in Presse und Fernsehen hat Landwirtschaftsminister Meyer reagiert: "Der Minister hat ... die entsprechenden Gebühren korrigiert, so dass Niedersachsen jetzt ähnliche Gebühren nimmt, wie die anderen Bundesländer", heißt es am 17.5.2016 in einem Schreiben aus dem Landwirtschafstministerium. "Auch die teilweise sehr restriktive Genehmigungspraxis der unteren Jagdbehörden sieht der Minister kritisch und ist hier mit den Landkreisen bezüglich möglichen Erleichterungen im Gespräch." Die Niedersächsische Gebührenordnung sieht jetzt einen Kostenrahmen von 200 bis 700 Euro für die Befriedung von Grundflächen vor.

Verhindert Niedersachsen jagdfreie Grundstücke? 60 Grundbesitzer aus Niedersachsen haben sich in den vergangenen zwei Jahren bereits bei den zuständigen Jagdbehörden ihrer Landkreise gemeldet. Doch die Anträge wurden fast immer abgelehnt. Nur fünfmal wurde bisher einem Antrag stattgegeben und damit ein Privatgrundstück von der Jagd befriedet. Der NDR hat beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium (das übrigens von einem Minister der GRÜNEN geführt wird), nachfragt, warum es in Niedersachsen nur so wenigen Antragstellern gelungen sei, ihr Grundstück zu befrieden. Die Antwort: "Das Jagdrecht sieht grundsätzlich eine flächendeckende Bejagung vor. Befriedungen von Flächen sind Ausnahmen von gesetzlichen Grundsätzen, die eng ausgelegt werden." Die Politik des grünen Landwirtschaftsministeriums scheint vor allem lodengrün zu sein...

Niedersachsen: Ulmenhof ab 2015 jagdfrei Ab 1.4.2015 sind die Flächen des Ulmenhofs, einem Tierheim und Gnadenhof im Kreis Aurich in Ostfriesland, offiziell jagdrechtlich befriedet! Der Ulmenhof e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich die aktive Tierhilfe zur Aufgabe gemacht hat. Auf dem ehemaligen Bauernhof in Uttum, in der Krummhörn (zwischen Emden und Greetsiel) wurde in Eigeninitiative und Eigenarbeit ein kleines Tierheim mit Gnadenhof aufgebaut. Gnadenbrottiere wie Pferde, Ziegen, Mini-Schweine, Gänse und Fundtiere wie zahlreiche Katzen dürfen hier ihren Lebensabend verbringen. Zum Ulmenhof gehören knapp 5 Hektar Land.

Niedersachsen: Hof Butenland jagdfrei! Hof Butenland im Landkreis Wesermarsch (nordwestliches Niedersachsen) wurde mit Bescheid vom 14.10.2014 von der zuständigen Behörde Butenland offiziell jagdfrei gestellt - rückwirkend zum 1.4.2014. Jan Gerdes führt mit der Tierschutzstiftung Hof Butenland einen Lebenshof mit Kuhaltersheim.

Niedersachsen: Antrag im Landkreis Harburg Prof. Dr. Klaus Hamper besitzt etwa 24 Hektar in verschiedenen Flurstücken im und angrenzend zum Naturschutzgebiet „Obere Wümmeniederung“ im niedersächsischen Landkreis Harburg südlich von Hamburg. Als engagierter Tierschützer, der sich auch regelmäßig mit Leserbriefen und Offenen Briefen zu Wort meldet, lehnt er die Jagd ab.

Niedersachsen: Antrag im Landkreis Uelzen Tim Meyer besitzt ein Grundstück im Landkreis Uelzen. Er lehnt die Jagd aus ethischen Gründen ab....

NRW: 32 Hektar im Kreis Warendorf jagdfrei Verwaltungsgericht Münster: Die 32 Hektar Acker und Grünland eines Landwirts aus Beckum in Nordrhein-Westfalen müssen ab 1.4.2017 jagdrechtlich befriedet werden. Der Landwirt hatte bei der Unteren Jagdbehörde des Kreises Warendorf beantragt, dass seine landwirtschaftlichen Flächen jagdrechtlich befriedet werden, weil er die Jagd auf seinem Eigentum nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne.

NRW: Grundstück im Münsterland ab 2017 jagdfrei "Endlich geschafft - unser rund 17.100 Quadratmeter umfassendes Grundstück im Münsterland wird zum 01.04.2017 jagdfrei!", freut sich Dipl.-Ing. Dirk Leifeld. Im Bereits im Dezember 2014 hatten der Landschaftsarchitekt und seine Frau aus ethischen Gründen einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihres Grundstücks bei der Unteren Jagdbehörde des Kreises Warendorf gestellt. Es folgte ein langer und steiniger Weg und eine Klage vor dem Verwaltungsgericht. Schließlich entschied das Verwaltungsgericht Münster: Das 1,7 Hektar große Grundstück wird ab 01.04.2017 offiziell jagdfrei.

NRW: 173 Anträge auf jagdrechtliche Befriedung In Nordrhein-Westfalen haben bis Mitte August 2016 insgesamt 173 Grundstückseigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt. 37 Grundstücke sind inzwischen offiziell jagdfrei. 20 Anträge auf jagdrechtliche Befriedung wurden demnach abgelehnt. Zwei Antragstellern ist es gelungen, ihren bereits abgelehnten Antrag auf Befriedung gerichtlich durchzusetzen.

NRW: 5,5 Hektar in Königswinter jagdfrei Ein 5,5 Hektar großes Grundstück in Königswinter bei Bonn ist jetzt offiziell jagdfrei. Der Biologe Dr. Til Macke stellte 1992 erstmals einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seines privaten Naturschutzgebiet ist nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln. Weitere Anträge folgten 2003, 2012 und 2013 - sie wurden alle abgelehnt. Vom Verwaltungsgericht Köln erhielt der Natur- und Tierfreund schließlich Recht: Das Grundstück muss zum befriedeten Bezirk erklärt werden.

NRW: 6 Hektar im Kreis Mettmann jagdfrei Seit 1.4.2016 sind 6 Hektar zusammenhängende Wald- und Wiesengrundstücke im Kreis Mettmann offiziell jagdfrei. Der Eigentümer, ein engagierter Tier- und Naturschützer, hat auf seinem Grundstück Biotope angelegt. "Wir sind sehr froh, dass nun die Füchse und Wasservögel sowie ein bis zwei übrig gebliebene Hasen bei uns sicher sind. Rehe gibt es leider seit etwa zwei Jahren keine mehr, wir fürchten, dass sie alle den Jägern zum Opfer gefallen sind."

Nordrhein-Westfalen: 10 Hektar jagdfrei! André Hölscher hat es geschafft: Seine beiden landwirtschaftlichen Grundstücke im Münsterland / Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 10 Hektar Fläche sind mit Beginn des neuen Jagdjahres am 1.4.2014 jagdfrei. Der 39-Jährige ist als Comedian alias "Bauer Heinrich Schulte-Brömmelkamp" bekannt. Presse und Fernsehen haben immer wieder über sein Engagement gegen die Jagd auf seinem Grundstück berichtet.

Nordrhein-Westfalen: Grundstück in Geseke jagdfrei Sofort nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 26.6.2012 stellte der Biologe und Ökologe Dr. Karl-Heinz Loske einen Antrag auf Befriedung seiner Grundstücke. Seit 1.4.2014 sind 2,2 Hektar in der mittelwestfälischen Hellwegbörde (Geseke, Kreis Soest) offiziell jagdrechtlich befriedet.

Nordrhein-Westfalen: Wald in Hellwegbörde jagdfrei Ein schöner Wald bietet mitten in ausgeräumter Ackerflur der Hellwegbörde ein wichtiges Rückzuggebiet für Wildtiere – und ab 2016 auch Schutz vor den tödlichen Schüssen der Jäger.

Nordrhein-Westfalen: Wald in Minden jagdfrei Für Gerald Zöphel ist es nicht vertretbar, dass Tiere im Rahmen der Jagdausübung getötet werden. Er kann nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, dass für die Tötung von Tieren ausgerechnet sein Grundstück zur Verfügung gestellt werden soll. Seit 1.4.2014 ist sein 1,7 Hektar großes Waldgrundstück im Kreis Minden-Lübbecke (Nordrhein-Westfalen) offiziell jagdrechtlich befriedet. Die Kosten: 115 Euro.

Nordrhein-Westfalen: Grundstück in Höxter jagdfrei Detlef Korsawe freut sich über sein jagdfreies Grundstück im Kreis Höxter beim Naturschutzgebiet Desenberg in der Nähe von Warburg: Mit Ende des laufenden Jagdjahres zum 1.4.2015 ist sein viertel Hektar Land offiziell jagdrechtlich befriedet!

Nordrhein-Westfalen: Wald in Lippstadt jagdfrei! Ein kleiner Wald (3000 Quadratmeter) in Lippstadt-Benninghausen, Nordrhein-Westfalen, ist seit 1.4.2015 jagdfrei. Kosten: 111 Euro.

NRW: Grundstücke im Kreis Steinfurt jagdfrei Eine Tierschützerin aus dem Münsterland muss keine Jäger mehr auf ihren beiden Grundstücken dulden. Das Verwaltungsgericht (VG) Münster entschied am 30.10.2015, dass die Frau die betreffenden Flächen zu befriedeten Gebieten erklären und damit die Jagd dort untersagen darf (Urt. v. 30.10.2015, Az.1 K 1488/14).

NRW: Jagdverbot auf Privatgrundstück in der Eifel Erfolg vor dem Verwaltungsgericht Aachen: Ein Ehepaar muss nicht länger hinnehmen, dass auf seine...

NRW: Grundstück im Welter Bach jagdfrei Helmut Hielscher besitzt seit über 35 Jahren ein etwa zwei Hektar großes Grundstück zwischen Dülmen und Coesfeld, direkt neben dem Naturschutzgebiet Welter Bach. Das Wäldchen mit Seen und sumpfiger Wiese ist ein Biotop für Tiere. Sogar ein Storchenpaar lebt dort. Der Naturschützer wollte die Jagd auf seinem Grundstück nicht länger dulden und stellte vor über zwei Jahren einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung. Nun hat der Kreis Coesfeld den Antrag bewilligt.

Nordrhein-Westfalen: Weitere jagdfreie Grundstücke Im Landkreis Heinsberg im Westen von Nordrhein-Westfalen wurde ein Grundstück rückwirkend zum 1.4.2014 befriedet - vorläufig bis zum 31.3.2017.

Nordrhein-Westfalen: Immer mehr Anträge Allein im Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen gibt es bereits 15 Anträge auf Ruhen der Jagd. Auch in Ostwestfalen-Lippe, den Kreisen und der Stadt Bielefeld sind bei den unteren Jagdbehörden mehrere Anträge und Anfragen von Grundbesitzern eingegangen, die auf ihren Flächen die Jagd nicht mehr dulden wollen.

Saarland: Anträge auf Ruhen der Jagd Auch im Saarland wollen Tier- und Naturfreunde die Jagd auf ihrem Grundstücken verbieten. So hat ein Privatwaldbesitzer im Nordsaarland einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung gestellt.

Sachsen: "Keine Jagd auf meinem Grundstück!!" Grundstückseigentümer in Sachsen wollen die Jagd auf ihren Flächen nicht länger dulden. Drei Familien aus aus Brößnitz möchten ihre Waldstücke zur jagdfreien Zone erklären lassen.

Sachsen-Anhalt: Grundstück jagdfrei In Sachsen-Anhalt ist das erste Grundstück mit Ablauf des Jagdjahres ab 1.4.2015 offiziell jagdfrei! Damit kam die zuständige Jagdbehörde einer anhängigen Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht zuvor. Bereits 2002 hatte Ludwig Weyhe einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung seiner beiden Grundstücke in der Gemarkung Schielo im Landkreis Quedlinburg gestellt. Er hat auf seinen Flächen ein Biotop geschaffen, um wild lebenden Tieren ein Rückzugsgebiet zu geben. Durch Renaturierungsmaßnahmen wie die Anlage von Hecken ist auf den Flächen bereits ein aus Naturschutzsicht wertvolles, ursprüngliches Brachland entstanden.

Schleswig-Hol: Grundstück in Steinburg jagdfrei Seit Beginn des neuen Jagdjahres am 1.4.2014 sind in Schleswig-Holstein die ersten Grundstücke jagdfrei. Zu Beginn des Jahres 2014 hatten bereits über 20 Grundstückseigentümer einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gestellt - und es werden immer mehr. Das 6,5 Hektar große Grundstück Jutta Reichardt in Neuendorf-Sachsenbande im Kreis Steinburg nördlich von Hamburg wird seit 1.4.2014 offiziell nicht mehr bejagt.

Schleswig-Hol: Grundstück in Dithmarschen jagdfrei Dieter Grade aus Dithmarschen hat auf seiner 8259 Quadratmeter großen Wiese (ca. 1 Hektar) ein Biotop geschaffen, auf dem auch seltene Pflanzen wie wilde Orchideen wachsen. Der Naturschützer kann es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, die Jagd auf seinem Grund und Boden zuzulassen. Nach mehrfachen Verzögerungen wurde seinem Antrag auf jagdrechtliche Befriedung Anfang August 2014 zugestimmt.

Schleswig-Holstein: Grundstück in Eutin jagdfrei Familie Karcher besitzt ein malerisches Grundstück im schleswig-holsteinischen Eutin: Eine natürliche Wiese mit Streuobst, Erlenbruch und einem Teich. Ab 1.4.2015 sind die 1,6 Hektar offiziell jagdfrei. "Wir haben schon lange versucht, unser Grundstück jagdfrei zu bekommen", erzählt Adolf Karcher, ein pensionierter Richter. Das Grundstück hat vier Eigentümer: Ihn, seine Frau Ute und den Sohn mit Schwiegertochter. Vor über 15 Jahren hatte die Familie eine Wiese mit einem Erlenbruch erworben, um einen Lebensraum für verschiedene Tiere zu schaffen.

Schleswig-Holstein: Über 20 Anträge auf Jagdverbot In Schleswig-Holstein über 20 Grundstückseigentümer einen Antrag auf jagdrecht­liche Befriedung ihrer Flächen gestellt - Tendenz steigend.

Thüringen: Anträge von Grundstückseigentümern Auch in Thüringen beantragen immer mehr Grundstückseigentümer, dass auf ihren Flächen nicht mehr gejagt wird. Der MDR berichtete über Wald- und Flurbesitzer aus Thüringen, die ein Jagdverbot auf ihren Grundstücken beantragt haben.

Wildtiere brauchen Ruhezonen Entgegen der von den Jagdverbänden verbreiteten Befürchtungen, werde es laut Wildtierschutz Deutschland aufgrund der jagdlichen Befriedung vieler kleinerer Grundstücke wohl kaum zu höheren Wildschäden kommen. Ganz im Gegenteil: Ruhezonen könnten die gefürchteten Wildschäden vermindern.