NRW: Antrag auf jagdrechtliche Befriedung in Kleve

Sandra M.* und ihr Ehemann besitzen ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück in Kleve (Nordrhein-Westfalen). Anfang Januar 2020 stellten die Tierfreunde einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen gemäß § 6a Bundesjagdgesetz bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde des Kreises Kleve.

„Wir sind diesen Schritt gegangen, nachdem ich hautnah erleben musste (mit Kind auf dem Arm und Hunden im Garten), wie ein Jäger zwei Fasane keine 10 Meter von mir entfernt erschossen hat“, so Sandra M. Die Hälfte des 6000 Quadratmeter großen Grundstücks der Familie ist ein Feld, welches ein benachbarter Landwirt bewirtschaftet. Dieses Feld grenzt an den eingezäunten Garten und unsere teilweise eingezäunte Obst- und Blumenwiese zwischen dem Wohnhaus und einem Nachbarhaus. Der Jäger hatte die Fasane hinter dem Wohnhaus auf der teilweise eingezäunten Obstwiese geschossen – vor den Augen der Familie. „Meinen Ärger darüber konnte er nicht nachvollziehen, er dürfe das“, berichtet Sandra M. „Wenn ich will, könne ich die Fasane bekommen, war ja auf meinem Grundstück. Es war offensichtlich keine Nachsuche, denn vorher gab es keine Schüsse.“

Die Familie erkundigte sich und musste feststellen, dass sie mit ihrem Grundstück automatisch Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft sind. Die Jagdgenossenschaft verpachtet die Jagd an Jäger, welche dann auf diesen Flächen Tiere schießen – auch gegen den Willen und die ethische Überzeugung der Grundstückseigentümer.

„Mein Mann und ich lehnen das Töten von Tieren aus ethischen Gründen ab“, so Sandra M. in der Begründung ihres Antrags auf Jagdverbot. „Wir können es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren, dass auf unserem Grundstück (vor unseren und den Augen unserer Kinder) Tiere getötet werden. Wir betrachten Tiere als unsere Freunde. Seit sieben Jahren ernähren wir uns vegetarisch und seit einem Jahr leben wir vegan bis auf Eier, die wir von Hühnern von Freunden bekommen, welchen es dort sehr gut geht. Außerdem kaufen wir keine Leder-, Woll-, oder Daunenprodukte und nur vegane tierversuchsfreie Kosmetik. Unsere Hunde haben wir aus dem Tierschutz und sie waren beide Opfer schwerer menschlicher Misshandlung.
Des Weiteren stellt die gesamte Bedrohung durch Jäger auf unserem Grund und Boden keine 30 Meter von unserer Terrasse auf der unsere Kinder spielen und unsere Hunde bei den Schüssen panische Angst bekommen für unsere Familie eine unverhältnismäßige Belastung dar.“



* Name von der Redaktion geändert